Sind wir eine Sekte?

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Freikirchen - egal, wie sie sich nennen - werden schnell in die Schublade „Sekte” gesteckt. Auf anderen Seiten dieser Homepage legen wir ausführlich dar, was uns auszeichnet. Deshalb soll es an dieser Stelle nicht um Inhalte gehen, sondern um Merkmale von „Sekten” und einen

kurzen Geschichtsüberblick.

Das Jahr 0:
„Christliche Kirche” war anfangs nichts Zentralistisches. Zur Zeit der „Urgemeinde” in Jerusalem gab es zwar die Apostel (die zwölf Jünger Jesu und Paulus). Sie waren weitestgehend anerkannt. Doch im Grunde lebte jede Gemeinde für sich - eben „frei”. In der Bibel lesen wir etwas über Sammlungen für die Jerusalemer Gemeinde und für die Arbeit des Paulus - aber nichts über Bischöfe oder Organisationen.

Erst im 4. Jahrhundert
entstand die römisch-katholische Kirche. Diese bildete stark zentralistische Strukturen. Betrachtet man das Wort „Sekte” im engen, wörtlichen Sinne, so bedeutet es „Abspaltung”. Die erste große Abspaltung fand durch Gründung der Ostkirche, der orthodoxen Kirche, statt.

16. - 19. Jahrhundert:
Eine zweite große Bewegung aus der römisch-katholischen Kirche wurde durch Martin Luther angestoßen. Aus diesem Aufbegehren gegen in der kath. Kirche übliche Dinge entstanden drei große Bewegungen:
   -
die evangelische (lutherische) Kirche,
   - die reformierte Kirche (Schwerpunkte bis heute in Holland, England und Schottland, wichtige Namen: Calvin, Zwingli) und
   - eine größere Anzahl unabhängiger Gemeinden.

Ein kennzeichnendes Element der letzten Gruppe war die Taufe nach dem Glaubensbekenntnis; also die Ablehnung der Kindertaufe. Hieraus entstand eine neue Verfolgungswelle der sogenannten „Wiedertäufer”. Dennoch wuchsen große Gemeinde-Bünde heran wie Mennoniten oder Baptisten.

Wegen der Verfolgung sind Freikirchen in Deutschland und Mittel-Europa eine vergleichsweise kleine Gruppe, während es in den USA mehr Baptisten als Lutheraner gibt.

Was die meisten “Freikirchen/Freie Gemeinden” eint

Natürlich gibt und gab es auch in den „Freikirchen” Fehlentwicklungen” und falsche Sichtweisen, neue Reformationen und Bewegungen. Deshalb lassen sich Freikirchen nicht über einen Kamm scheren. Eben weil sie „frei” sind, unterscheiden sich diese Gemeinden sehr stark voneinander. Es gibt „Stuben-Gemeinden” mit gerade einem Dutzend Mitgliedern und es gibt (auch in Deutschland) freikirchliche Gemeinden, die sonntags mehrere Gottesdienste feiern können. Und in jedem sitzen Tausende.

Die sogenannten “Brüdergemeinden”, zu denen die Betreiber dieser Homepage gehören, entstanden vor 150 Jahren aus einem Kreis, der sich eng an die Aussagen der Bibel halten wollten. Sie betonten das allgemeine Priestertum, eben “Brüder unter Brüdern” ohne Priester oder Geistlichen. Heute zählt diese Bewegung schätzungsweise 40.000 Mitglieder in Deutschland. Stark vertreten sind Brüdergemeinden auch in Großbritannien.

Eines eint diese Art der Gemeinden: Die Mitglieder betonen, nicht nur auf dem Papier „Christ” zu sein. Sie wollen glaubend leben.  Was sie im Glauben erleben, erzählen sie weiter. Weil Jesus Christus am Kreuz gestorben und wieder auferstanden ist, hat ihr Leben einen Sinn.

Christliche Gemeinschaften sind kein Geheimbund.

Die christliche Botschaft ist kein Mittel zum Gewinn oder um andere auszubeuten.

Wir laufen keinem „Guru” nach, der sagt, wo es lang geht. Sicher gab und gibt es immer wieder prägende Menschen innerhalb unserer Gemeinden. Doch sie alle sind fehlbar. Und ihr Einfluss ist begrenzt. Das ist gut so.

Jede Ortsgemeinde steht vor Gott in der Verantwortung, ihr Gemeindeleben so zu gestalten, wie Gott es will.

Gott zeigt uns seinen Willen und sein Wesen in der Bibel. Neben der Bibel - wie sie in Kirchen rund um die Welt gelesen wird - gibt es für uns kein auch nur annähernd gleich bedeutendes Werk. Kein Katechismus, keine Auslegung, kein Menschenwort „ergänzt” das Wort Gottes. Gott lässt keine Zusatz-Bibel vom Himmel fallen.

Keine Freikirche ist allein-seligmachend! Es kommt nicht darauf an, zu welcher (Frei-)Kirche ein Mensch gehört. Entscheidend ist allein sein Verhältnis zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

Deshalb können und wollen wir auch gerne mit überzeugten Christen aus anderen Kirchen und Frei-Kirchen zusammen arbeiten. Eine Basis ist die der Evangelischen Allianz: Viele große christliche Werke wie der Evangeliumsrundfunk (ERF) oder der „Informationsdienst der evangelischen Allianz” sind nur dank dieser kirchen-übergreifenden Kooperation zustande gekommen. Die besucherstärkste Veranstaltung des Jahres 2000 in Deutschland, „ProChrist”, fußt auf dieser Zusammenarbeit.

Uns kommt es nicht darauf an, als „Bewegung”, Organisation oder Kirche zu expandieren. Nein: Es sollen so viele Menschen wie möglich und so deutlich wie möglich von Christus hören. Christ zu sein, ist eine ausgesprochene Gemeinschaftssache. Deshalb empfehlen wir jedem, der sich für Jesus entscheidet, sich einer Gemeinde verbindlich anzuschließen. Natürlich freuen wir uns, wenn jemand bei uns eine geistliche Heimat findet. Aber das ist nicht das primäre Ziel.
Es kommt darauf an, wie SIE sich zu Jesus Christus stellen!

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